31.12.2014 Mittwoch DLRG warnt vor dem Betreten von zugefrorenen Gewässern und gibt Tipps für den Notfall

Ein DLRG-Retter beobachtet die Eislage am Masinger See.

Ein mobiles DLRG-Eisrettungsteam im Landkreis Starnberg

Fremdrettung eines Eingebrochenen mit Hilfe eines Stockes

Hinweisschilder der DLRG ermöglichen Besuchern sich über die Eisregeln zu informieren. Infos unter www.eisregeln.de

Immer mehr Weiher frieren zu - Doch Vorsicht: Das Eis trägt noch nicht!

Der dauerhafte Frost hat in den letzten Wochen hat dafür gesorgt, dass auf vielen Teichen und kleineren Seen die Eisfläche wächst. Aber Vorsicht: Sie ist oftmals trügerisch und noch nicht tragfähig. 

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät für die kommenden Wochen dringend zur Vorsicht und gibt Tipps für die Sicherheit. 

Wichtig ist es, erst viele Tage mit starkem Nachtfrost und - soweit im jeweiligen Bereich vorhanden - die amtliche Freigabe abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt.

Bei Seen sollte die Eisdecke mindestens 15 cm stark sein, damit das Eis betreten werden kann. Trotz einer vermeintlich dicken Eisschicht können aber noch an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen. Auf Eisflächen in Flüssen lauern zusätzliche Gefahren, diese sollen grundsätzlich nicht betreten werden. 


Wissenswertes über das Eis:

Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer, als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen von Seen und an Quellen im See, die Strömungen verursachen; ebenso an bewachsenen Uferstellen. Eine Schneeschicht auf dem Eis verhindert zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht.

Ein Knistern oder Knacken beim Betreten der Eisschicht ist ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft des Eises nicht ausreicht. Das eiskalte Wasser verursacht nach einem Eiseinbruch schneidende Schmerzen und raubt dem Körper Muskelkraft. Einem Verunfallten bleiben deshalb nur wenige Minuten Zeit, sich selbst zu retten. Außerdem bedeutet Unterkühlung im eisigen Wasser fast immer Lebensgefahr.

Sicherheitstipps:
Betreten verboten – Betreten erlaubt

In aller Regel ist das Betreten von Eisflächen der Sicherheit wegen verboten. Staat und Gemeinden stellen im Winter mancherorts entsprechende Schilder auf. Wenn die Eisschicht 15 cm oder mehr beträgt, erlauben manche Behörden manchmal das Betreten, indem sie die Verbotsschilder verdecken (verhängen oder umklappen). Im Landkreis Starnberg gibt es nach unserem Kenntnisstand keine Prüfung der Eisdicke durch Behörden und damit auch keine offizielle Freigabe.


Pass auf:

Gehe nur aufs Eis, wenn Du ganz sicher bist, dass es trägt. Bedenke dabei, dass die Eisfläche unterschiedliche Stärken haben kann. Respektiere Warnhinweise, informiere Dich über spezielle örtliche Gegebenheiten, respektiere Verbotsschilder. Meide offene Stellen in der Eisschicht unbedingt weiträumig. 

Niemals alleine aufs Eis gehen, nur in Begleitung! Lass Kinder nur zusammen mit mindestens einem Erwachsenen auf Eis. Bevor Du Dich aufs Eis wagst, schau Dich nach geeigneten Rettungsmitteln um, zum Beispiel Stangen oder Äste, und lege sie gut sichtbar an einem sicheren Platz bereit. Auch ein umgedrehter Schlitten ist geeignet. Sobald ein Knistern oder Knacken zu hören ist, ist das ein letzter Hinweis, dass das Eis nicht ausreichend tragfähig ist. In diesem Fall die Eisfläche sofort verlassen. Bei Einbruchgefahr auf die Eisfläche legen und so das Gewicht verteilen.


Selbstrettung - Wenn Du ins Eis eingebrochen bist:

Es verbleibt nicht viel Zeit, um Dich selbst aus dem frostigen Wasser auf die Eisfläche zu retten. Binnen weniger Minuten tritt eine Unterkühlung ein. Das eiskalte Wasser verursacht starke Schmerzen und Deine Kräfte für eine Selbstrettung schwinden sehr schnell.

Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Mache auf Dich aufmerksam: Rufe laut um Hilfe, damit Passanten Dich bemerken und den Notruf (112) absetzen können. Professionelle Hilfe kann so parallel zu Dir geschickt werden.

Breite Deine Arme über die Oberfläche der Eisfläche vor Dir. Versuche Dich langsam flach auf die Eisfläche zu schieben und kriechend das Ufer zu erreichen. Vermeide dabei unter allen Umständen, unter das Eis zu geraten!

Handle schnell und entschlossen, unterlasse aber heftige Bewegungen, da diese zu noch mehr Wärmeverlust führen. Wenn Du in Sicherheit bist, begebe Dich sofort zum nächsten Arzt oder in ein Krankenhaus und lasse Dich untersuchen. 


Fremdrettung - So kannst du einem ins Eis Eingebrochenen helfen: 

Wenn Du siehst, dass jemand ins Eis eingebrochen ist Ruf laut um Hilfe, damit andere Personen Dich unterstützen. Wichtig ist, sofort den Notruf abzusetzen (112). Alle weiteren Personen vom Eis winken, sie sollen sich von der Einbruchstelle im Liegen weg bewegen. Wenn möglich, solltest Du die Eisfläche nicht betreten, sondern vom Ufer aus Rettungsmittel (Ast, Leiter, Seil oder Schal etc.) zureichen. Gelingt es dem Verunglückten nicht, sich so an Land zu ziehen, muss der Retter ihm auf dem Eis ggf. zu Hilfe kommen. 

Dabei nicht vergessen: Das brüchige Eis stellt auch für den Helfer eine erhebliche Gefahr dar, deshalb an die Eigensicherung denken. Bevor du die Eisfläche betrittst, lass Dich von anderen Personen auf alle Fälle sichern (z.B. Leine). Sprich dem Verunfallten Mut zu. Sag ihm, dass Hilfe unterwegs sei und er ruhig bleiben soll. Nähere Dich der Einbruchstelle nur flach auf dem Eis liegend und benutze Hilfsmittel, um den Druck auf das Eis auf eine größere Fläche zu verteilen – z. B. einen umgedrehten Schlitten oder ein Brett. Auch die Eiseinbruchkante sollte mit einem Hilfsmittel abgedeckt werden, damit sie nicht nachbrechen kann. 

„Verlängerter Arm“: Dem Verunfallten unbedingt ein Hilfsmittel zureichen (Schal, starker Ast, Stange, Leine). Wenn Du dem Eingebrochenen die Hand reichst, könnte er Dich mit ins Wasser ziehen.

Aus dem Eis gerettete Personen sind oft stark unterkühlt. Deshalb schnellstmöglich den Rettungsdienst rufen! (Notruf 112). Bis zu dessen Eintreffen bitte unbedingt beachten: Schütze den Geretteten vor weiterer Auskühlung, aber wärme ihn nicht auf (Gefahr von Herz- /Kreislaufversagen). Der Körper sollte flach gelagert und nicht unnötig bewegt werden. Beim Aussetzen von Atmung oder Kreislauf lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung) und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzen.


Gut vorbereitet:

Die DLRG hat wichtige Tipps unter www.eisregeln.info ins Internet gestellt. Diese Regeln sind auch gut geeignet, um sie mit Kindern zu besprechen. Die Sicherheitsinformationen der DLRG werden unterstützt vom bayerischen Gesundheitsministerium und von der Versicherungskammer Bayern. 

Die ehrenamtlichen Rettungskräfte der DLRG und befreundeter Hilfsorganisationen können rund um die Uhr unter der Notrufnummer 112 für die Rettung aus Eis- und Wassergefahren alarmiert werden. Die DLRG ist mit über 1,2 Millionen Mitgliedern und Förderern die weltweit die größte Organisation für die Wasser- und Eisrettung.


Die DLRG im Landkreis Starnberg:

Die DLRG Pöcking-Starnberg e.V. repräsentiert die weltweit größte Wasserrettungsorganisation im Landkreis Starnberg. Ihre rein ehrenamtlichen Einsatzkräfte stehen rund um die Uhr und an jedem Tag im Jahr für Notfälle bereit. Mit dem zusätzlichen First Responder Dienst werden die Retter parallel zu Rettungswagen und Notarzt zu jedem Notfall im Gemeindegebiet Pöcking alarmiert und können so lebensrettende Zeit für den Patienten gewinnen. Rund 250-mal pro Jahr werden die ehrenamtlichen Pöckinger Retter alarmiert, um Menschen in Not zu helfen.

Mehr Infos zur DLRG Pöcking-Starnberg e.V. gibt es unter www.poecking-starnberg.dlrg.de und immer aktuell auf der Facebook-Seite des DLRG-Ortsverbandes unter: www.facebook.com/DLRGPoeckingStarnberg

 

Von: Walter Kohlenz

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